Kalt und leise...

Der Mai

doch lass Dich nicht täuschen...

Der Wonnemonat Mai, lässt die Fülle erähnen die noch kommt.

Bei Januar kommen mir sofort Bilder klirrender Kälte in den Sinn. Man rennt in dicken Jacken durch die Gegend, gefütterten Schuhen, Handschuhen, Mütze und Thermounterwäsche.

Die Tiere haben nur ihr Winterfell, und etwas Deckung im Wald oder im Gebüsch, vielleicht noch Schutz in einer Höhle. Sie leben auf Sparflamme.
Vögel fliehen vor der Kälte in den Süden um dort zu überwintern.
Die Natur ist still, doch im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen für das neue Jahr...


Was passiert bei den Tieren?

Der Fuchs

  • Hochzeitswochen beginnen.
  • Nachts hört man sie oft bellen, bei den Fähen ist es oft ein Schrei.
  • Und auch tagsüber werden sie unvorsichtig.
  • Markant auch sein Winterfell, was in absolut vor Kälte schützt.

Das Reh

  • Bildet kleine Gruppen, um mehr Sicherheit zu haben.
  • Spart Energie und bewegt sich weniger und langsamer.
  • Frisst Knospen, Triebe und Gräser.
  • Um Energie zu sparen, verkleinern sich sogar einige Organe.
  • Das Winterfell ist graubraun.
  • Und dennoch trägt die Ricke bereits das Kitz in sich, das jetzt anfängt zu wachsen.

Das Rotwild

  • Hält sich in geschützten Wintereinständen auf, wenn es wandern darf.
  • Der Energiesparmodus funktioniert ähnlich wie bei den Rehen.
  • Bei der Nahrung ist das Rotwild aber nicht so Anspruchsvoll wie das Reh.
  • Das Winterfell schützt auch das Rotwild vor der rauhen Kälte im Wald.
  • Im Gegensatz zum Reh, gibt es bei den Hirschen keine Keimruhe.

Das Wildschwein

  • Ganzjährig aktiv,
    dadurch ein sehr dickes Fell, das absolut vor Kälte schützt
  • Die Paarungszeit klinkt aus, die Leitbache gibt vor wann geboren wird.
  • Sucht Nahrung im Boden, wühlt mit seiner Nase den Boden auf (Aufbruch)
  • Meist in der Nacht unterwegs, man bekommt es schwer zu gesicht.
  • Die Keiler ziehen sich nach der Paarung wieder zurück und werden Einzelgänger.

Der Dachs

  • Hält eine Winterruhe (kein Winterschlaf)
  • Verlässt den Bau an milden Tagen, den Rest verschläft er in seiner Dachsburg.
  • Bei den Dachsen besteht auch eine Keimruhe. Erst jetzt wächst der kleine Dachs im Bauch heran.
  • In den Wintermonaten hat man kaum eine Chance einen Dachs zu gesicht zu bekommen.

Der Wolf

  • Die Paarungszeit beginnt, die Strukturen in der Wolfsfamilie verändern sich.
  • Die Reviere werden vermehrt markiert und verteitigt, wenn nötig.
  • Von Energiesparen ist bei den Wölfen nichts zu sehen.
  • Wenn die Jungen aus dem Vorjahr noch nicht abgewandert sind tun sie es jetzt.
  • Fähe und Rüde sind ein Herz und eine Seele, bis die Fähe Ende Januar läufig wird.
  • Die Hormone der jüngeren Wölfe werden durch die Dominanz der Eltern unterdrückt.
  • Vermehrtes Heulen für den Familienzusammenhalt ist zu hören.

Der Feldhase

  • Ganzjährig aktiv.
  • Im Januar legt der Feldhase so richtig los, während alle anderen Energie sparen.
  • Der Start der Hasenhochzeit und der Boxkämpfe.
  • Wilde Verfolgungsjagden über die Felder.
  • Bei Eis und Schnee verkriecht sich der Feldhase in seine Sasse.

Das Eichhörnchen

  • Hält Winterruhe, abhängig vom Wetter im Januar.
  • Wohnt hoch oben in den Bäumen im sogenannten Kobel.
  • Sucht die versteckten Vorräte.
  • Paarungszeit kann bereits beginnen.
  • Verrückte Verfolgungsjagden die Baumstämme rauf und runter.

Unsere Treuen:

Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Kleiber, Rotkehlchen, fast alle Spechtarten: Schwarzspecht, Grauspecht, Grünsspecht, Zwergspecht, 3 Zehenspecht, Bundspecht finden wir in unseren Wäldern. Eichelhäher, Elster, Kolkrabe, Rabenkrähe sind ebenfalls dauerhaft zu finden. Ebenso der Graureiher, solange die Gewässer nicht zufrieren. Auerhuhn, Birkhuhn sind Schneehöhlenschläfer.
Das Rebhuhn bleibt auch über den Winter und hat es schwer...
Sperlingskauz, Steinkauz, Schleiereule, für den Waldkauz und den Uhu fängt im Januar die Paarungszeit an. Der Ruf des Waldkauzes kennt wahrscheinlich jeder aus Horrorfilmen 😉
Die Waldohreulen schließen sich zu Trupps zusammen um auf den Winterschlafbäumen eine Art WG zu bilden.


Die Grenzgänger:

Der Weißstorch, bleibt immer öfter hier, obwohl er ein Zugvogel ist/war.


Unsere Wintergäste:

Die Dohlen und Saatkrähen von uns ziehen weiter, aber die Dohlen und Saatkrähen aus dem Osten ziehen zu uns, für uns sieht es so aus als wären sie das ganze Jahr hier, es sind aber andere Vögel, und somit Zugvögel.
Aus dem Norden bekommen wir noch weitere Wintergäste, den Bergfink, den Erlenzeisig und den Seidenschwanz.


Der Winterschlaf:

Diese Tiere fahren im Januar ihre Körperfunktionen fast komplett auf null. Ihre Körpertemperatur sinkt radikal (teilweise auf bis zu 1 bis 5 Grad Celsius), der Herzschlag und die Atmung verlangsamen sich extrem.

Der Igel: Er liegt im Januar zusammengerollt in seinem frostsicheren Nest aus Laub und Gras. Sein Herz schlägt statt 200 Mal im Sommer jetzt nur noch etwa 2 bis 12 Mal pro Minute.

Der Siebenschläfer & Gartenschläfer: Die absoluten Rekordhalter. Sie verschlafen tatsächlich oft volle sieben bis acht Monate des Jahres. Im Januar liegen sie tief unter der Erde, in Baumhöhlen oder Nistkästen in einem tiefen Schlaf.

Die Fledermäuse: Sie hängen im Januar kopfüber in Höhlen, Stollen oder Kellern, wo die Temperatur konstant bleibt und kein Frost herrscht. Ihr Fell ist oft von feinen Wassertropfen übersät.

Der Braunbär: er hält erstaunlicherweise keinen echten Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Seine Körpertemperatur sinkt nur leicht, und Bärenweibchen bringen im Januar im Winterlager oft hellwache Junge zur Welt!


Die Winterstarre:

Hier schläft im Januar niemand freiwillig, diese Tiere müssen erstarren. Als wechselwarme Tiere passt sich ihre Körpertemperatur exakt der Außentemperatur an. Wenn es im Januar friert, werden sie buchstäblich zu Eis-Statuen.

Reptilien (Blindschleiche, Zauneidechse, Kreuzotter): Sie suchen sich tiefe Erdhöhlen oder Spalten im Fels. Im Januar sind sie vollkommen bewegungsunfähig. Wenn man sie jetzt freilegen würde, könnten sie sich nicht einmal wegdrehen.

Amphibien (Frösche, Kröten, Molche):

Der Grasfrosch überwintert oft am Schlammgrund von Teichen und atmet im Januar ausschließlich über seine Haut.

Erdkröten kriechen tief in Mäusegänge oder unter dicke Totholzhaufen, wo der Frost sie nicht erreicht.


Die Überwinterung:

Als fertiges Insekt:
Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Königinnen von Wespen und Hummeln.
Der Zitronenfalter ist der härteste: Er sitzt im Januar völlig ungeschützt frei an einem Zweig oder Efeublatt. Er hat ein körpereigenes Frostschutzmittel (Glycerin) im Blut und friert selbst bei minus 20 Grad nicht ein. Tagpfauenaugen suchen eher Schutz in Kellern oder Dachböden.

Als Puppe:
Schwalbenschwanz, Aurorafalter.
Die Puppen hängen im Januar starr an Pflanzenstängeln oder Baumstämmen und warten auf die Frühlingswärme.

Als Raupe:
Kaisermantel, Brauner Bär (ein Nachtfalter).
Die Raupen verstecken sich im Januar tief in der Krautschicht am Boden oder unter Moos und halten dort eine Kältepause.

Als Ei:
Viele Heuschrecken, Blaukopf-Schmetterling, Prozessionsspinner.
Die Elterntiere sind im Herbst gestorben. Die nächste Generation überdauert den gesamten Januar als winziges, extrem frosthartes Ei an Rinden oder im Boden.


Was kann ich beobachten?

Beobachtungen:

  • Nach einer Schneenacht wird die Landschaft zu einem offenen Tagebuch der Tiere.
  • Und auch die Tiere fallen in der weißen Landschaft mehr auf als im tristen grau.
  • Jetzt fällt besonders auf, wie viele Nester den Sommer über verborgen geblieben sind.
  • Rauhreif macht selbst die kleinsten Gräser und Samenstände sichtbar.
  • Wo die Sonne den Frost zuerst vertreibt, regt sich oft als Erstes wieder Leben.
  • Nebel und Frost verändern vertraute Wege oft stärker als jede Jahreszeit.
  • Die ersten Haselkätzchen kündigen den Frühling an, lange bevor er spürbar wird.

Naturphänomene:


Was passiert bei den Pflanzen?