Kalt und leise...
Der März
doch lass Dich nicht täuschen...

Bei Januar kommen mir sofort Bilder klirrender Kälte in den Sinn. Man rennt in dicken Jacken durch die Gegend, gefütterten Schuhen, Handschuhen, Mütze und Thermounterwäsche.
Die Tiere haben nur ihr Winterfell, und etwas Deckung im Wald oder im Gebüsch, vielleicht noch Schutz in einer Höhle. Sie leben auf Sparflamme.
Vögel fliehen vor der Kälte in den Süden um dort zu überwintern.
Die Natur ist still, doch im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen für das neue Jahr...
Was passiert bei den Tieren?
Was kann ich beobachten?
Beobachtungen:
- Nach einer Schneenacht wird die Landschaft zu einem offenen Tagebuch der Tiere.
- Und auch die Tiere fallen in der weißen Landschaft mehr auf als im tristen grau.
- Jetzt fällt besonders auf, wie viele Nester den Sommer über verborgen geblieben sind.
- Rauhreif macht selbst die kleinsten Gräser und Samenstände sichtbar.
- Wo die Sonne den Frost zuerst vertreibt, regt sich oft als Erstes wieder Leben.
- Nebel und Frost verändern vertraute Wege oft stärker als jede Jahreszeit.
- Die ersten Haselkätzchen kündigen den Frühling an, lange bevor er spürbar wird.
Naturphänomene:
Was passiert bei den Pflanzen?
Sonne lag krank im Bett.
Erich Kästner (1899-1974)
Sitzt nun am Ofen.
Liest, was gewesen ist.
Liest Katastrophen.
Springflut und Havarie,
Sturm und Lawinen, -
gibt es denn niemals Ruh
drunten bei ihnen.
Schaut den Kalender an.
Steht drauf: "Es werde!"
Greift nach dem Opernglas.
Blickt auf die Erde.
Schnee vom vergangenen Jahr
blieb nicht der gleiche.
Liegt wie ein Bettbezug
klein auf der Bleiche.
Winter macht Inventur.
Will sich verändern.
Schrieb auf ein Angebot
aus andern Ländern.
Mustert im Fortgehn noch
Weiden und Erlen.
Kätzchen blühn silbergrau.
Schimmern wie Perlen.
In Baum und Krume regt
sich's allenthalben.
Radio meldet schon
Störche und Schwalben.
Schneeglöckchen ahnen nun,
was sie bedeuten.
Wenn Du die Augen schließt,
hörst Du sie läuten.
Schriftsteller, Chronist des Alltags, Moralist, Gebrauchslyriker
