Kalt und leise...
Der Juni
doch lass Dich nicht täuschen...

Bei Januar kommen mir sofort Bilder klirrender Kälte in den Sinn. Man rennt in dicken Jacken durch die Gegend, gefütterten Schuhen, Handschuhen, Mütze und Thermounterwäsche.
Die Tiere haben nur ihr Winterfell, und etwas Deckung im Wald oder im Gebüsch, vielleicht noch Schutz in einer Höhle. Sie leben auf Sparflamme.
Vögel fliehen vor der Kälte in den Süden um dort zu überwintern.
Die Natur ist still, doch im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen für das neue Jahr...
Was passiert bei den Tieren?
Was kann ich beobachten?
Beobachtungen:
- Nach einer Schneenacht wird die Landschaft zu einem offenen Tagebuch der Tiere.
- Und auch die Tiere fallen in der weißen Landschaft mehr auf als im tristen grau.
- Jetzt fällt besonders auf, wie viele Nester den Sommer über verborgen geblieben sind.
- Rauhreif macht selbst die kleinsten Gräser und Samenstände sichtbar.
- Wo die Sonne den Frost zuerst vertreibt, regt sich oft als Erstes wieder Leben.
- Nebel und Frost verändern vertraute Wege oft stärker als jede Jahreszeit.
- Die ersten Haselkätzchen kündigen den Frühling an, lange bevor er spürbar wird.
Naturphänomene:
Was passiert bei den Pflanzen?
Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Erich Kästner (1899-1974)
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.
Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.
Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.
Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.
Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.
Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.
Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.
Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob's Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.
Schriftsteller, Chronist des Alltags, Moralist, Gebrauchslyriker
